Ab dem 19. Juni 2026 gilt in Deutschland § 356a BGB. Wer über eine Online-Benutzeroberfläche Verträge im Fernabsatz schließt, muss dort, wo ein Widerrufsrecht besteht, eine elektronische Widerrufsfunktion anbieten. Grundlage ist die Richtlinie (EU) 2023/2673, die die europäische Verbraucherrechte-Richtlinie geändert hat. Vorgesehen ist eine gut sichtbare, leicht erreichbare Schaltfläche "Vertrag widerrufen", die während der Widerrufsfrist durchgehend verfügbar ist, ein Schritt für Name, Angaben zum Vertrag und eine elektronische Kontaktmöglichkeit, danach eine gesonderte Bestätigung "Widerruf bestätigen". Den Eingang muss der Händler anschließend unverzüglich auf einem dauerhaften Datenträger bestätigen, mit Inhalt der Erklärung sowie Datum und Uhrzeit des Eingangs.

Der Widerruf gehört für viele Shopify-Händler zu den ungeliebten Aufgaben: E-Mails durchsuchen, Bestellungen zuordnen, Eingänge bestätigen, den aktuellen Stand nachhalten. Genau diesen Ablauf wollten wir einfacher machen. Deshalb gibt es jetzt unseren Widerrufsbutton für Shopify.

Der Anlass war eine Lücke, die uns in fast jedem Shop begegnet ist. Zahlungen laufen automatisch, Versandlabels laufen automatisch, Retouren haben einen Prozess. Der Widerruf dagegen kommt weiterhin als formlose Nachricht herein: mal über das Kontaktformular, mal telefonisch, mal als Antwort auf die Versandbestätigung. Dabei sollte gerade diese Erklärung zuverlässig ankommen und nachvollziehbar dokumentiert sein.

Für beide Seiten ist das unbefriedigend. Die Kundin weiß nicht, ob ihre Erklärung angekommen ist, und fragt nach. Das Team sucht die passende Bestellung heraus, tippt eine Antwort und hakt den Vorgang ab. Und wenn Monate später jemand wissen will, wann genau widerrufen wurde und was drinstand, beginnt die Suche im Postfach.

Die App gibt dem Widerruf denselben klaren Weg wie allem anderen in deinem Shop: einen Button im Storefront, eine automatische Bestätigung und eine nachvollziehbare Liste im Admin. Wir haben sie gebaut, damit aus den Anforderungen des § 356a BGB ein Ablauf wird, den du in Shopify einrichtest, statt ihn dir aus Gesetzestexten selbst zusammenzusetzen.

In zwei Schritten zur elektronischen Widerrufserklärung

Deine Kundschaft klickt auf den Button und füllt das Formular aus: Name, E-Mail-Adresse, Bestellnummer, Bestelldatum, Telefonnummer, auf Wunsch eine Nachricht. Wer eingeloggt ist, findet Name und E-Mail schon ausgefüllt vor. Wer als Gast bestellt hat, kommt genauso ans Ziel. Gastbestellungen sind vollwertig unterstützt, und das ist wichtiger, als es klingt: Ein großer Teil der Widerrufe kommt von Menschen, die nie ein Konto angelegt haben.

Das Widerrufsformular im Shopify-Storefront
Das Formular übernimmt Schriften und Farben deines Themes.

Dann kommt der zweite Schritt, und der ist der entscheidende: eine Zusammenfassung aller Angaben und eine gesonderte Bestätigung, mit der der Widerruf ausdrücklich erklärt wird. Diese Reihenfolge haben wir uns nicht ausgedacht, sie bildet die gesetzlich vorgesehene Struktur ab: erst die Angaben zum Widerruf, dann ein eigener Bestätigungsschritt. Hast du eine Widerrufsbelehrung hinterlegt, ist sie an dieser Stelle verlinkt.

Bestätigungsschritt mit Zusammenfassung und verbindlicher Erklärung
Erst prüfen, dann ausdrücklich erklären.

Dieser Schritt ist kein Dekor. Er ist der Unterschied zwischen einem abgeschickten Formular und einer ausdrücklich abgegebenen, dokumentierten Widerrufserklärung, und genau diese Unterscheidung brauchst du, wenn ein Vorgang später strittig wird.

Eine Entscheidung fällt Händlern oft auf: Die Bestellnummer wird bewusst nicht gegen deine Bestellungen geprüft. Ein Tippfehler darf keinen Widerruf blockieren, denn die Frist läuft weiter, während die Kundin rätselt, warum das Formular sie nicht durchlässt. Die Zuordnung zur richtigen Bestellung übernimmst du später im Admin, dort ist sie ein Klick.

Der Kunde weiß jederzeit, woran er ist

Sofort nach dem Absenden geht eine Bestätigung raus, mit einer fortlaufenden Nummer und einem Link zum Status. Dahinter steht nicht nur ein Eingangsvermerk, sondern der vollständige Verlauf mit Zeitstempeln: wann die Anfrage kam, wann du sie in Prüfung genommen hast, wann sie angenommen wurde.

Vollständiger Statusverlauf einer Widerrufsanfrage
Jede Statusänderung mit Zeitstempel, für beide Seiten sichtbar.

Das ist die Funktion, die im Alltag am meisten Support erspart. Die Frage, ob der Widerruf angekommen ist, beantwortet sich von selbst, und zwar rund um die Uhr. Eingeloggte Kunden finden ihre Vorgänge zusätzlich direkt im Kundenkonto, mit dem aktuellen Status als farbiger Markierung, ohne die alte E-Mail heraussuchen zu müssen.

Eine Liste statt eines Postfachs

Im Admin landet jede Anfrage in einer Übersicht, die du nach Status filtern kannst. Fünf Status bilden den üblichen Ablauf ab: angefragt, in Prüfung, warten auf Rücksendung, angenommen, abgelehnt. Ihre Farben passt du an dein internes Vokabular an, damit dein Team eine Liste auf einen Blick liest.

Übersicht aller Widerrufsanfragen im Shopify-Admin

Du öffnest einen Vorgang, verknüpfst ihn mit der passenden Bestellung und änderst den Status. Die Verknüpfung wirkt in beide Richtungen: Auf der Bestellseite im Shopify-Admin siehst du direkt, ob zu dieser Bestellung ein Widerruf vorliegt. Wer schon einmal eine Rücksendung bearbeitet und erst danach vom Widerruf erfahren hat, weiß, warum das nützlich ist.

Beim Statuswechsel kannst du eine Mitteilung an den Kunden mitschicken, etwa die Rücksendeadresse. Für alles, was den Kunden nichts angeht, gibt es interne Notizen, die nur dein Team sieht: der übliche Ort für Vermerke wie geprüft, Ware beschädigt oder Erstattung veranlasst. Braucht jemand Belege, hängt er Dateien direkt ans Formular, und dein Team kann im Admin ebenfalls Dateien hinterlegen.

Kommt ein Widerruf trotz allem telefonisch herein, legst du ihn im Admin selbst an. Dann ist auch dieser Fall dokumentiert. Das ist der eigentliche Punkt: Am Ende liegt alles an einer Stelle statt in drei Postfächern, und jede Änderung wird protokolliert, ohne dass jemand daran denken muss.

Eingebaut in zwei Minuten, ohne eine Zeile Code

Du öffnest den Theme-Editor und setzt den Block dorthin, wo er hingehört: in den Footer, auf eine eigene Seite für Widerrufe, in den Bereich Kundenkonto. Drei Blöcke stehen bereit: der Button, der das Formular als Overlay öffnet, das direkt in die Seite eingebettete Formular und eine Statusseite zum Nachverfolgen. Auf einer Serviceseite wirkt das eingebettete Formular natürlicher, im Footer der Button, der auf jeder Seite erreichbar bleibt.

Der Widerrufsbutton-Block im Shopify Theme-Editor
Farbe, Radius, Abstände und Schriftgröße direkt im Theme-Editor.

Farbe, Eckenradius, Innenabstände und Schriftgröße stellst du dort ein. Oder du lässt die Theme-Stil-Option aktiv, dann sieht der Button aus wie jeder andere Button in deinem Shop und bleibt es auch nach dem nächsten Theme-Update.

Auch das Formular selbst gehört dir: Welche Felder erscheinen, wie sie heißen und welche Pflicht sind, entscheidest du. Ein Möbelhändler macht die Bestellnummer zur Pflicht, ein Shop mit vielen Gastbestellungen lässt sie optional und fragt lieber das Bestelldatum ab. Nur die E-Mail-Adresse und die Bestätigung sind gesetzt, denn ohne sie gäbe es keine Rückmeldung und keine Erklärung.

E-Mails in der Sprache, in der gefragt wurde

Die App verschickt drei E-Mails: die Eingangsbestätigung an den Kunden, die Statusmeldung an den Kunden und die Benachrichtigung an dein Team, sobald eine neue Anfrage eingeht. So erfährt dein Service davon, ohne den Admin offen zu halten. Alle drei funktionieren ab der ersten Minute, ohne Einrichtung, und Absendername wie Absenderadresse sind deine eigenen.

Formular, Statusseite und E-Mails gibt es auf Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Spanisch, Italienisch und Polnisch. Welche davon dein Shop anbietet, entscheidest du. Wichtig ist, was danach passiert: Jede Anfrage merkt sich die Sprache, in der sie gestellt wurde. Wer auf Französisch widerrufen hat, bekommt drei Wochen später auch die Statusmeldung auf Französisch, unabhängig davon, in welcher Sprache dein Team gerade arbeitet.

Die Texte kannst du je Sprache selbst schreiben und mit Platzhaltern arbeiten, etwa für Vorname, Bestellnummer oder den Link zum Status. Bleibt ein Wert leer, verschwindet die Zeile automatisch: Ohne angegebene Telefonnummer steht in der Mail auch keine leere Telefonzeile.

Was im Hintergrund läuft

Ein Formular, das ohne Login erreichbar ist, braucht Schutz. Die App begrenzt daher, wie viele Einsendungen aus derselben Quelle in kurzer Zeit angenommen werden, prüft auf Wunsch gegen das reCAPTCHA deines Shops und validiert jede Eingabe zusätzlich auf dem Server, nicht nur im Browser.

Personenbezogene Daten liegen verschlüsselt in der Datenbank: Name, E-Mail-Adresse, Bestellnummer, Telefonnummer, Nachrichten und interne Notizen. Auch hochgeladene Dateien werden verschlüsselt abgelegt statt einfach in einen Ordner geschrieben. Auf dem Weg dorthin ist jede Verbindung per HTTPS gesichert, einen unverschlüsselten Zugang zur App gibt es nicht.

Genauso wichtig ist, was wieder verschwindet. Anfragen und ihre Anhänge werden nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist automatisch gelöscht. Verlangt eine Kundin über Shopify die Löschung ihrer Daten, entfernt die App die zugehörigen Widerrufsanfragen von selbst, und wenn du die App deinstallierst, gehen die Daten deines Shops mit. Die von Shopify vorgeschriebenen Datenschutz-Webhooks sind dafür vollständig umgesetzt.

Jetzt ausprobieren

Der schnellste Weg, das zu beurteilen, ist ein Testwiderruf im eigenen Shop: installieren, den Block in den Footer setzen, eine Benachrichtigungsadresse eintragen und den Vorgang einmal selbst durchklicken. Damit läuft der Widerruf nicht mehr neben deinem Shop her, sondern wird zu einem nachvollziehbaren Vorgang direkt in Shopify.

Je nach gewähltem Tarif stehen zusätzliche Anpassungen zur Verfügung, etwa eigene E-Mail-Vorlagen, Dateianhänge, interne Notizen und die Entfernung des IWV-Brandings. Die Details dazu stehen in der Tarifübersicht.

Du findest die App im Shopify App Store: Widerrufsbutton. Alles Weitere erklärt die Dokumentation. Und falls du mit Shopware 5 oder Shopware 6 arbeitest: Dort gibt es den Widerrufsbutton schon länger, mit demselben Funktionsumfang. Fragen beantworten wir gern, schreib uns einfach.

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